Das Spiegelprinzip

Dass wir einen metaphysischen Einfluss auf die Ereignisse in unserer Realität ausüben, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch worin besteht dieser Einfluss eigentlich genau? In diesem Punkt sind sich mittlerweile weltweit alle Realitätsgestaltungs-Experten einig. Sie verwenden lediglich verschiedene Namen dafür wie beispielsweise Resonanzgesetz, Gesetz der Anziehung, Gesetz der Analogie, Gesetz der Annahme usw. Diese „Gesetze“ besagen in ihren Kern letztendlich alle genau das Gleiche:

Unsere äußere Realität spiegelt immer 1:1 wider, was wir tatsächlich in unserem Inneren tragen.

Was damit gemeint ist, lässt sich anhand einer einfachen Metapher verdeutlichen die Spiegelprinzip genannt wird. Wenn ich mich selbst in meinem Spiegel als glücklichen, erfolgreichen und erfüllten Menschen sehen will, dann hat es wenig Sinn, dem Spiegel zu sagen, wie sehr ich mir das doch wünsche. Es gibt nur einen Weg, wie ich mein Spiegelbild verändern kann – indem ich mich selbst verändere!

Ein Spiegel erfüllt keine Wünsche! Stattdessen spiegelt er mir die Gründe wider, weshalb ich mir etwas wünsche. Sind diese Wünsche aus Mangel, Unzufriedenheit, Unsicherheit, Angst, Notwendigkeit oder Machtlosigkeit hervorgegangen, dann spiegelt die Realität diese Gründe auch 1:1 wider. Ich wünsche mir z.B. mehr Geld, weil ich diesbezüglich Mangel oder Existenzangst empfinde, und anstatt mehr Geld kommen immer mehr unerwartete Rechnungen, die mir meine Angst oder meinen Mangel vor Augen halten!

Unser Spiegel zeigt uns jedoch nicht permanent alle Gedankenmuster und Gefühlsmuster die wir in uns tragen gleich stark, denn das ist aufgrund der Fülle unserer Muster einfach unmöglich. Die Realität spiegelt deshalb vor allem diejenigen Muster klar und deutlich wieder, worauf sich der Fokus unserer bewussten oder unbewussten Aufmerksamkeit richtet.

Ich möchte das erneut mit einer einfachen Metapher veranschaulichen: Stell dir vor, du sitzt in einem Auto, das dich durch die Realität fährt. Es ist ein etwas ungewöhnliches Auto. Es hat weder ein Gaspedal, noch ein Bremspedal. Es fährt dich in konstanter Schrittgeschwindigkeit durchs Leben. Dieses Auto hat jedoch auch kein Lenkrad. Stattdessen fährt es immer genau in die Richtung, in die du schaust. Und zwar genau dorthin, wo du fokussiert hinschaust. Fokussierst du dich auf etwas Schönes, dann fährt dich dein Auto auch genau dort hin. Es sei denn, du wendest deinen Blick kurz vor dem Ziel wieder ab und schaust woanders hin!  

Der Fokus unseres Unterbewusstseins wird von unseren stärksten gefühlten Motiven bestimmt. Es gibt zwei Arten von Motiven. Die sogenannten Aversionsmotive, die darauf ausgerichtet sind, was wir nicht wollen und die sogenannten Appetenzmotive, die unseren Fokus auf das ausrichten, was wir tatsächlich begehren. Der Erfolg unserer Realitätsgestaltung ist maßgeblich davon abhängig, ob in unserem Unterbewusstsein ein Aversionsmotiv oder ein Appetenzmotiv zugrunde liegt. Was wir hier tatsächlich in uns tragen, bestimmt unsere Realitätsgestaltung.

Aversionsmotive steuern unser Auto also mit großer Präzision genau dort hin, wo wir eigentlich ganz und gar nicht hin wollen, wohingegen Appetenzmotive uns zu unserem tatsächlichen Ziel bringen. So wünschen sich beispielsweise viele Menschen mehr Geld, weil sie nicht mehr jeden Euro zweimal umdrehen wollen, weil sie keinen Bock mehr haben, für ihr Geld so hart zu schuften, weil sie in Bezug auf ihre Zukunft keine Angst mehr haben wollen usw. 

Das sind alles Aversionsmotive, welche die unbewusste Aufmerksamkeit genau auf das fokussieren, was man eigentlich nicht will. Der bewusste Fokus ist dann zwar möglicherweise auf mehr Geld ausgerichtet, aber der unbewusste Fokus der Aufmerksamkeit liegt auf dem stärksten gefühlten Grund, warum sie sich mehr Geld wünschen. Und sehr häufig sind die Aversionsmotive im Gefühl stärker als die Appetenzmotive. Und dann fährt das Auto natürlich genau dort hin, wo man nicht hin will! Es manifestiert also nicht der Wunsch, sondern stattdessen Ereignisse, die Unsicherheit, Mangel, Angst oder Machtlosigkeit in Bezug auf das Thema Geld widerspiegeln. 

Diesen unerwünschten Effekt kennen alle Realitätsgestaltungs-Experten. Sie haben dazu die unterschiedlichsten Methoden entwickelt. Die meisten der derzeit populären Methoden wie die eingangs genannten „Gesetze“ versuchen den negativen Effekt mit Tricks zum umgehen. Der populärste aller Tricks besteht momentan darin, so zu tun, als ob der Wunsch bereits in Erfüllung gegangen wäre. Denn wenn das tatsächlich der Fall wäre, dann würde man diesbezüglich ja gar keinen Wunsch mehr in sich tragen. Daher würden dann auch die eigentlichen Hintergründe des Wunsches nicht mehr aktiviert.

Leider gelingt es fast niemandem, diesen So-tun-als-ob-Trick auch dann noch aufrecht zu halten, wenn es um Wünsche geht, die einem wirklich wichtig sind. Unser Unterbewusstsein lässt sich nämlich entgegen der Aussage vieler Realitätsgestaltungs-Schulen nicht so einfach an der Nase herumführen. Es kann sehr wohl unterscheiden, ob eine visuelle Vorstellung oder ein bestimmtes Gefühl real ist oder nur unserer Fantasie entspringt. Ohne die Fähigkeit des Unterbewusstseins, Realität und Fantasie unterscheiden zu können, wären wir Menschen gar nicht lebensfähig!

Viele Menschen mussten das schmerzhaft erfahren, als sie krank waren und sich mit diesem So-tun-als-ob-Trick Gesundheit manifestieren wollten. Sie redeten sich dann mit verbalen Affirmationen pausenlos ein, sie seien bereits gesund, visualisierten den gesunden Zustand ihres Körpers oder steigerten sich in das Gefühl hinein, gesund zu sein. Doch in Wirklichkeit trugen sie die Angst in sich, dass ihre Krankheit immer schlimmer werden könnte, falls das mit ihrem Trick nicht funktioniert. Und diese Angst lenkte den Fokus ihrer unbewussten Aufmerksamkeit natürlich auf die Krankheit und nicht auf die Genesung. Der Schuss ging deshalb sehr häufig mächtig nach hinten los, und die Krankheit wurde deutlich schlimmer statt besser.

Genau das Gleiche erlebten auch viele Menschen mit dieser Methode, wenn sie in finanziellen Schwierigkeiten waren. Sie taten dann in ihrer Fantasie so, als hätten sie bereits viel Geld. Doch in Wirklichkeit trugen sie Unsicherheit, Existenzangst, Machtlosigkeit oder Mangelgefühle in sich, und so kam eine unerwartete Rechnung nach der nächsten oder das Gehalt wurde sogar gekürzt.

Auch Menschen deren Partnerbeziehung gerade auf dem Spiel stand und die sich wünschten, dass alles wieder ins Reine kommt, machten leider zumeist genau die gleiche schmerzliche Erfahrung. Auch dieses Thema ist dann viel zu wichtig, als dass unser Unterbewusstsein bereit wäre, damit zu spielen!

Doch genau das wäre für diesen So-tun-als-ob-Trick erforderlich. Man müsste damit spielen, denn auf solche schönen Visionen erwünschter Realitäten lässt sich unser Gehirn nur spielerisch ein. Es weiß nämlich wie gesagt ganz genau, ob ein Gedanke, eine visuelle Vorstellung oder ein Gefühl real oder nur ein Fantasiegebilde ist. Wenn es jedoch um etwas wirklich Wichtiges geht – es mit anderen Worten ernst wird – dann ist sofort Schluss mit lustig! Dann will unser Gehirn nicht mehr spielen! Dann will es realistisch bleiben.

Der So-tun-als-ob-Trick kann also funktionieren, wenn sich das eigene Unterbewusstsein auf dieses Spielchen einlässt. Wenn es jedoch um wirklich wichtige Dinge geht, dann geht der Schuss fast immer nach hinten los. Was tatsächlich zu den wirklich wichtigen Dingen gehört, ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So kann es durchaus sein, dass sich der eine mit dieser Methode einen großen Batzen Geld manifestiert, weil er sich über Geld einfach keine Sorgen macht und deshalb tatsächlich damit spielen kann. Bei anderen passiert jedoch genau das Gegenteil, wenn sie die gleiche Methode anwenden.

Ein weiterer Nachteil dieses So-tun-als-ob-Tricks besteht darin, dass die häufige Visualisierung erwünschter Lebensumstände die Diskrepanz zwischen Ist- und Soll-Zustand immer größer werden lässt. Man wünscht sich zum Beispiel von ganzem Herzen einen wundervollen Lebenspartner und schwelgt in dieser Fantasievorstellung. Doch der Kontrast zum eigenen Lebensalltag, in dem man möglicherweise Single ist und sich einsam fühlt ist natürlich sehr groß. Und das wird einem umso bewusster, je häufiger man seine Wunschvorstellung visualisiert. Das erzeugt ein immer stärker werdendes Mangelgefühl, was sich dann natürlich in der eigenen Realitätsgestaltung widerspiegelt. Es gestaltet sich also alles noch negativer, als es das normalerweise tun würde, weil jetzt der stärkere Mangel widergespiegelt wird.

Das andauernde Reinsteigern in eine Wunschvorstellung ist also mit Vorsicht zu genießen. Es kann sein, dass es bei nicht so wichtigen Dingen klappt, weil das Unterbewusstsein dabei bereit ist mitzuspielen, aber wenn es um wirklich wichtige Dinge geht, verstärkt man durch solche Visualisierungen sehr häufig sogar den Mangel und manifestiert sich diesen dann auch verstärkt.

Weiterhin wird oft auch empfohlen, man solle vertrauen und nicht an der Erfüllung eines Wunsches zweifeln. Das ist keine schlechte Idee, wenn man denn tatsächlich in der Lage ist zu vertrauen. Doch in der Praxis tun sich die meisten Menschen damit sehr schwer, einfach blind zu vertrauen. Alleine schon der Versuch aktiviert bei den meisten Menschen bereits Ängste. Und die werden dann natürlich in der Realitätsgestaltung wie immer 1:1 widergespiegelt.

Wie dir vermutlich aufgefallen ist, haben die Tricks mit denen bei den eingangs genannten Gesetzen gearbeitet wird ihre Grenzen. Sie hören sich erst einmal toll an, weil es auch immer wieder Menschen gibt, die damit tolle Erfolge haben, aber die große Masse an Anwendern erfährt damit sehr häufig sogar eine Verschlechterung ihrer Lebensumstände.

Ich halte es daher nicht für sinnvoll, das eigene Unterbewusstsein mit diesen So-tun-als-ob-Tricks austricksen zu wollen. Das ist eine Vorgehensweise mit Risiken und Nebenwirkungen und entspricht dem Versuch, das eigene Spiegelbild zu verändern anstatt sich selbst. In der Praxis ist es damit jedenfalls noch niemandem gelungen, sich ein wirklich glückliches und erfülltes Leben zu gestalten. Mehr als kleine Nettigkeiten lassen sich bis auf ganz wenige Ausnahmen damit nicht bewerkstelligen.

Besser ist es daher, mit dem eigenen Unterbewusstsein zusammen zu arbeiten, anstatt es austricksen zu wollen. Unser Unterbewusstsein hält ja nur aus vermeintlichen Sicherheitsgründen an seinen alten Aversionsmotiven (Abneigung) fest, wenn es um etwas wirklich Wichtiges geht. Und genau an diesem Sicherheitsbedürfnis setzen wir an, indem wir uns anschauen, welche Auswirkungen Aversionsmotive und Appetenzmotive (Begehren) in der Praxis auf unsere Realitätsgestaltung tatsächlich ausüben.

Schnell erkennt man dabei, dass Appetenzmotive tatsächlich Glück in unser Leben ziehen und bei Aversionsmotiven genau das Gegenteil passiert! Durch diese Erkenntnis setzt dann ein Umdenkprozess in unserem Unterbewusstsein ein, wodurch es sich dann aus Sicherheitsgründen lieber auf das Positive fokussiert.

Nun können in Zusammenarbeit mit dem Unterbewusstsein alle Muster, die wir in unserem Unterbewusstsein tragen zum Positiven verändert werden. Damit sind nicht nur unsere mentale Muster (Glaubenssätze, Notwendigkeiten, Beurteilungen usw.) gemeint. Mentale Muster (Denkmuster des Großhirns) sind nur die äußerste Oberfläche unserer Psyche. Viel gravierender wirken sich unsere tiefliegenden emotionalen Muster im limbischen System (Zentrum emotionaler Intelligenz) und unsere Identitäts- und Kollektiv-Muster im präfrontalen Cortex (Sitz der Persönlichkeit) auf unsere Realitätsgestaltung aus.

Alle diese Muster lassen sich mit der Sprache der 3 Gehirne in Rekordzeit verändern, sobald unser Unterbewusstsein nicht mehr aus vermeintlichen Sicherheitsgründen dagegen arbeitet. Und das ist der mit Abstand beste Weg, wenn man sich ein wirklich glückliches und erfülltes Leben gestalten will und nicht nur kleine Nettigkeiten.

Es ist auch der sicherste Weg! Denn selbst dann, wenn wir gar keinen metaphysischen Einfluss auf unsere Realität hätten, würde uns dieser Weg trotzdem glücklicher und erfolgreicher machen, denn wir tun dabei genau das Gleiche, was wir auch rein weltlich für ein glückliches, erfolgreiches und in allen Lebensbereichen erfülltes Leben tun müssten. Auf diesem Weg gewinnen wir daher auf jeden Fall!

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